Schwimmen - Die Lust am Meer.

Denke ich an vollkommen glückliche Tage zurück, dann sind dies fast immer Sommertage. Mit anderen Worten: Es war auch das eine oder andere Bad im Meer dabei. Unter wechselnden Himmeln, die sich dem Reisenden darbeiten und von ihm wie ein Geschenk entgegengenommen werden, spielt das Urelement, in das es den Menschen zurückzieht, stets seine Rolle. Der Badende gleitet leicht hinein, durchstößt die Oberflöche wie eine Membran aus Papier, oder aber er hat es schwerer und wird von der Brandung wieder ausgespuckt, von fauchenden und wimmernden Wellen empor getragen und unweigerlich wieder ans Ufer gespult, wenn er, weit hinausgeschwommen, vergelich auf dem flüssigen Gewölbe zu reiten versucht, das berstend verbricht und ihn auf den Sand wirft. Doch ist die Trennung nur von kurzer Dauer. Mit stets neuem Mut macht sich der entblößte Mensch auf die holprige Bahn der Fluten, erklimmt stolze Höhen, denen tiefe Stürze folgen, schlägt sich siegestrunken mit Händen und Füßen- und mit der Nase dicht über der wogenden Fläche, die der Wind gegen den Strich kämmt, lässt er den Blick mit jedem Schwimmzug über eine aufgewühlte Landschaft schweifen, die sich unter ihm hinwegwälzt.

aus Paul Morand 'Aufzeichnungen eines notorischen Schwimmers'

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www.marebaltikum.de Alexander Horch